Die Geschichte hinter dem Bag: Karobluse

Kurz vor Weihnachten 2016 erreichte Wildwexel die Anfrage, ob Judith eine alte zerschnittene Wanderbluse in einen Chalkbag verwandeln könne. Das fertige Chalkbag sollte ein Weihnachtsgeschenk werden. Robert, der Auftraggeber, ist ein alter Freund von uns, daher kannten wir bereits die Geschichte „hinter der Karobluse“. Steff, die Freundin, war einverstanden, dass wir sie Euch erzählen und so lieb uns ein paar Bilder zu schicken. Sonderanfertigung Geschichte Karohemd 4

Eine treue Begleiterin

Die besagte Bluse war über zehn Jahre Steffs Lieblingswanderbluse. Sie schätzte sie nicht nur wegen ihrem schönen Design. Die Bluse hatte die perfekte Länge zum Klettern, da sie eigentlich nie aus dem Klettergurt rutschte. So hielt sie Steffs Nieren immer schön warm. Außerdem war die Bluse angenehm leicht, trocknete schnell und sie fühlte sich gut an auf der Haut. Also die perfekte Bluse zum Wandern und Klettern. Sie (die Bluse) kannte zahlreiche Wanderwege in den Dolomiten, hatte viele viele Kletterrouten in der Sächsischen Schweiz miterlebt und war eine treue Begleiterin auf sämtlichen Urlauben.

Ein folgenschwerer FehltrittSonderanfertigung Karohemd 3

Im Mai 2016 waren Steff und Robert mit ein paar Freunden in der Sächsischen Schweiz unterwegs. Am diesem Tag hatten sie bereits einen Gipfel geschafft und waren nun auf dem Weg zum Muschelkopf. Da der Gipfel etwas höher liegt, mussten sie noch ein paar Stufen und kleine Wanderwege hochsteigen. Auf dem Muschelkopf angekommen freute sich Steff riesig über den Gipfel und die wunderschöne Aussicht.

Der Anseilplatz vom Muschelkopf liegt etwas unterhalb des Gipfels. Man erreicht ihn, indem man in eine ca. 2m tiefe Senke abklettert und von dort wiederum 4-5m über stufiges Gelände hochsteigt. Die Stufen sind zum Teil sehr rund und mit Sand bedeckt. Beim Aufrichten auf einer dieser Stufen verlor Steff das Gleichgewicht, kippte nach hinten über und fiel in die Senke. Dabei hatte sie noch Glück im Unglück, denn Ihr Kopf traf keinen der herum liegenden Felsen, sondern landete in einem Busch. Gleichzeitig dämpfte Ihr Rucksack den Aufprall auf den Rücken.

Nach dem Sturz hatte Steff zunächst Schwierigkeiten mit der Atmung und Schmerzen im Rücken und in der Hüfte. Da an einen Aufstieg und ein anschließendes Abseilen nicht mehr zu denken war, riefen sie die Bergwacht, die Steff mit Hilfe eines Hubschraubers rettete.

Glück gehabtSonderanfertigung Karohem 5

Wie sich im Krankenhaus herausstellte, waren die Verletzungen nicht schlimm aber die Bluse fiel der Schere der Ärzte zum Opfer. Steff unternahm mehrere Anläufe die Bluse nähen zu lassen, doch selbst Steffs Großmutter, ihres Zeichens ein „Nähwunder“, konnte die Bluse nicht retten.

Von da an lag sie bei Steff im Schrank und wartete darauf ein zweiten Leben zu beginnen, denn wegwerfen wollte sie sie nicht. Kurz vor Weihnachten dann stahl Robert sie aus dem Schrank und schickte sie an Wildwexel mit der Bitte aus der Bluse ein Chalkbag für Steff zu nähen.

Das zweite Blusenleben

Die Bluse in ein Chalkbag zu verwandeln war für Judith ein Leichtes. Da sie aber die Geschichte hinter dem Chalkbag kannte, war es für Judith ein besonderer Auftrag.Sonderanfertigung Chalkbag Karohemd 2

An Weihnachten lag dann das Bag unter dem Baum. Robert hatte sich im Vorfeld etwas verplappert und so wusste Steff bereits, dass sie ein Chalkbag geschenkt bekommen würde. Nicht gerade das gängigste Geschenk, wenn man hauptsächlicht in der Sächsischen Schweiz Klettert, in deren Nähe die beiden leben und wo bekanntermaßen Chalk verboten ist. Als sie dann aber das Chalkbag in den Händen hielt, freute sie sich riesig. Auf diese Weise kann ihre geliebte Bluse wieder mit auf Tour gehen. Und sie erinnert sie regelmäßig daran umsichtig zu sein.

Übrigens wurde uns berichtet, dass Steffs Großmutter, aka „das Nähwunder“ von der Verarbeitung begeistert war.